Die künftige Fernwärmeversorgung steht am Scheideweg.
Hohe Investitionen (120 Millionen) in das uralte Netz und einen neuen Erzeugerpark sind notwendig, welche die Stadtwerke aber erkennbar nicht oder nur zu höheren Zinsen leisten kann.
Investitionen, mit welchen die tief in das Schuldenloch fallende Stadt Erkrath durch Kapitalerhöhung nicht mehr leisten kann.
Viel zu spät haben die Stadtwerke auf die seit Jahren (2019) auf dem Tisch liegenden Vorschläge der BmU reagiert, die Möglichkeiten der Geothermie zu prüfen. Unter allen Alternativen hat die Geothermie die geringsten Wärmegestehungskosten in Höhe von 4,2 ct/kWh. Zur Zeit liegt der Arbeitspreis der Fernwärme bei 14 bis 16 ct/kWh.
Es geht noch preiswerter:
Die BmU hat durchgerechnet, welchen Mindestbeitrag an Wärmeauskopplung ein Rechenzentrum auf dem Standort der Alten Feuerwache leisten könnte.
In Frankfurt koppelt ein Rechenzentrumbetreiber die Abwärme für die Fernwärme kostenlos aus.
Bei luftgekühlten Rackworkstations entsteht ca. 30 Grad warme Luft (ähnliches Ergebnis wie Geothermie in Hochdahl), bei wassergekühlten Racks sind sogar 60 Grad warmes Wasser möglich.
Die Technik dahinter zur Auskopplung der Wärme und die notwendige Aufskalierung mit einer Wärmepumpe auf ca. 90 Grad Fernwärmevorlauf entspricht dem Aufwand bei der Geothermie. Nur ohne Bohrung.
Am Standort Alte Wache hätte man sogar Leitungsverluste nahe 0.
Das Titelbild zeigt die hohe Abdeckung des Fernwärmebedarfs durch ein Rechenzentrum am Standort Alte Wache.
Verträge zum Bau eines Rechenzentrums in Unterfeldhaus (Flamme) sind unter Dach und Fach. Dieses Rechenzentrum ist noch mal 50% größer, als das an der Alten Feuerwache zu entwickelnde Rechenzentrum (20 MVA, dreistöckiges Rechenzentrum). Selbst bei extrem hohem Leitungsverlust (wir haben 10% gerechnet) für eine Pipeline nach Hochdahl (also höhere Investition) deckt auch diese Lösung den Wärmebedarf der Fernwärme:
Es erscheint uns aber effizienter, das Unterfeldhauser Rechenzentrum im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung für ein Fernwärmenetz in Unterfeldhaus zu nutzen.
Bernhard Osterwind, Fraktionsvorsitzender der BmU: "Fernwärme muss auf Dauer einen Kostenvorteil vor den Alternativen aufweisen".
Dazu gehört die Auskopplung von Wärme aus Rechenzentren und insbesondere die Eigenerzeugung von Strom durch Windkraft und PV Flächen.
Osterwind: "Die aktuell diskutierte Errichtung eines Solarthermiefeldes raubt uns nur die Grundlast im Sommer, ihr Effekt ist im Winter zu vernachlässigen und daher nur ein Kostentreiber."
28.03.2025