Die südlichen Gebäudeteile, bei denen die Brandschutzsanierung stattgefunden hatte, waren vom Brand wenig bis fast gar nicht betroffen, sodass die Überlegung bestand, diesen Teil aus Kosten- und Umweltschutzgründen zu erhalten und zu sanieren.
Verschiedene Argumente, auch aufgrund einer technischen Beratung, zeigen allerdings auf, dass ein Abriss und Neubau auch dieses Teiles sinnvoller erscheint. Dieses wäre schneller und es bestünden u.a. erhebliche Risiken insbesondere einer notwendigen Betoninstandsetzung, Unklarheiten über noch nicht sichtbare Brandschäden, bezüglich Tragfähigkeiten und der langfristigen Haltbarkeit. Und zudem die Schwierigkeit einen Totalbauunternehmer zu finden, der auch eine Sanierung durchführen würde. Diese Risiken wären so kostenträchtig, sodass mögliche Einsparungen hinfällig wären.
Daher wurde einstimmig beschlossen, dass ein kompletter Neubau geplant und gebaut werden soll.
Das Raumprogramm mit ca. 25.000 qm wird aktuell erarbeitet, das modernen pädagogischen Anforderungen entsprechen soll. Ein Totalbauunternehmer soll die Planung und Bauleistung übertragen bekommen, damit Realschule und Gymnasium Hochdahl schnellstmöglich ihre neuen Gebäude beziehen können.
In einer Pressemitteilung hatte in diesem Zusammenhang die Linke die Gesamtschulfrage aufgeworfen. Allerdings wurde in der Sitzung kein entsprechender Antrag gestellt.
Zu diesem Punkt wiederholt die BmU ihre schon mehrfach abgegebene Stellungnahme bezüglich der Gesamtschuldiskussion:
Die BmU spricht sich für die bestehende vielfältige Schullandschaft aus: Neubauten und Sanierungen schnell umsetzen statt Gesamtschuldebatte
Die Forderung der Linken, an der Rankestraße eine Gesamtschule ins Auge zu fassen, lehnt die BmU aus mehreren Gründen ab.
Zum einen ist die Argumentation der Linken, dass eine Gesamtschule günstiger zu bauen sei, entweder ein Scheinargument oder nicht bis zum Ende gedacht. Schon der Vergleich mit den Kosten der Gesamtschule Velbert ist angesichts steigender Baupreise nicht tragfähig. Mensaplätze wären bei gleicher Schülerzahl definitiv nicht einsparbar und auch das Personal für das Sekretariat ist proportional zur Schülerzahl zu rechnen. Auch wird übersehen, dass der Aufbau einer Gesamtschule zudem erheblichen und kostenträchtigen Verwaltungsaufwand verursachen würde. Und parallel würden über Jahre auch noch Realschule und Gymnasium Hochdahl weiterexistieren. Alles andere als ein Spareffekt.
Für Eltern, die für ein Kind eine Gesamtschule wünschen, bestehen in den Nachbarstätten Möglichkeiten. Allerdings halten sich die Auspendlerzahlen in Grenzen, für das Schuljahr 2025/26 wurden insgesamt 26 Kinder an benachbarten Gesamtschulen angemeldet, ein Jahr zuvor 14.
Eine Bedürfnisfeststellung hinsichtlich einer Gesamtschule in Erkrath würde die Neubauplanungen an der Rankestraße für Realschule und Gymnasium blockieren, auf Jahre zurückwerfen.
Das können und wollen wir der Schülerschaft, den Eltern und den Lehrerkollegien nicht antun.
Hierzu muss ergänzend angefügt werden, dass die BmU keineswegs eine neutrale Umfrage zum Elternwillen bezüglich der weiterführenden Schulen „blockiert“ hat. SPD und Grüne hatten in der Vergangenheit keine neutrale Umfrage beantragt, sondern die „Bedürfnisfeststellung“ hinsichtlich einer Gesamtschule. Bei diesem Verfahren genügen (momentan) 112 Absichtserklärungen von insgesamt etwa 420-450 Eltern der dritten Klassen, dass die Kommune eine Gesamtschule zwingend einrichten und somit bestehende Schulen schließen muss.
Die letzten Schulentwicklungspläne gehen auf diese Frage ein und faktisch kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass mindestens 2-4 weiterführende Schulen geschlossen werden müssten. Ein nicht unwahrscheinliches Szenario wäre: das Gymnasium (und vielleicht noch die Realschule) in Alt-Erkrath und die Gesamtschule in Hochdahl. Schulen, die eine gute Arbeit machen, würden verschwinden. Und hier muss gerade die Hauptschule, die von vielen kaputt geredet wird, erwähnt werden, in deutlich kleineren Klassen als man sie an einer Gesamtschule hätte, können die Schülerinnen und Schüler viel individueller gefördert werden. Am Schulzentrum Hochdahl kann man eine sehr gute Zusammenarbeit und sehr hohe Durchlässigkeit auch „nach oben“ sehen. Im Prinzip könnte man hier in anderen Bundesländern von einer kooperativen Gesamtschule sprechen.
Ein Stadtrat muss die gesamte Schulstruktur und auch die Kosten einer Neugründung und des Auslaufens von bestehenden Schulen im Blick haben. So würde man in Erkrath zudem einen gewaltigen und kostenintensiven Schülerpendelverkehr schaffen, die Erfahrung der Hochdahler Schülerschaft mit dem Pendeln nach Benrath sollte eigentlich davor zurückschrecken lassen.
Die BmU hat den Eindruck, dass eine große Mehrheit der Eltern aus allen Jahrgängen aber den Erhalt einer vielseitigen, bunten Schullandschaft wünscht. Aus unserer Sicht ist es eben nicht demokratisch, wenn eine Minderheit über eine Mehrheit entscheiden kann.
Für die BmU ergibt sich aktuell eine andere Priorität in der Schulpolitik, ganz sachlich und ideologiefrei: Der schnelle und zukunftsweisende Wiederaufbau der abgebrannten Schulen in Hochdahl sowie womöglich auch der Johannesschule. Und die Umsetzung der schon viel zu lange aufgeschobenen Sanierungen der anderen Schulgebäude in der gesamten Stadt. Angesichts der katastrophalen Finanzlage der Stadt sollten wir uns darauf konzentrieren.